Website für Restaurants: Was sie wirklich braucht — und was nur Ballast ist
Eine Restaurant-Website wird nicht danach beurteilt, wie hübsch sie ist. Sondern danach, ob jemand mit Hunger um acht Uhr abends in weniger als zehn Sekunden Speisekarte, Öffnungszeiten und Anfahrt findet. Fast keine besteht diesen Test.
25. Januar 20225 Min. LesezeitIn diesem Artikel
- Die drei Fragen, die auf deiner Website landen
- Die Speisekarte: der teuerste und häufigste Fehler
- Reservierung und Bestellung: entscheide vor dem Bau
- Ohne lokales SEO existiert deine Website kaum
- Fotos sind 80 % der Entscheidung
- Was ein Restaurant auf seiner Website nicht braucht
- Was es kostet und was du bekommen solltest
- Häufige Fragen
Es ist acht Uhr abends. Jemand sitzt mit zwei Freunden im Auto, hat Hunger und sucht auf dem Handy nach einem Lokal. Er öffnet deine Website. Findet er dort nicht innerhalb von zehn Sekunden Speisekarte, Öffnungszeiten und Anfahrt, schließt er sie und öffnet die vom Restaurant nebenan. Das ist die ganze Prüfung — und die meisten Restaurant-Websites fallen durch.
Das Merkwürdige daran: Sie scheitern an zu viel, nicht an zu wenig. Einblend-Animationen, Musik, die von selbst startet, eine 12 MB große PDF-Karte und Fotos vom leeren Gastraum. Dieser Guide erklärt, was du von deiner Website verlangen solltest, damit sie Tische füllt — und worauf du ohne Verlust verzichten kannst.
Die drei Fragen, die auf deiner Website landen
Niemand besucht eine Restaurant-Website, um "die Marke kennenzulernen". Man kommt mit einer konkreten Frage und ohne Geduld. In der Reihenfolge, wie sie tatsächlich vorkommen: Was gibt es und was kostet es, habt ihr gerade offen, und wie reserviere oder bestelle ich. Alles andere — die Geschichte des Küchenchefs, die Philosophie des Hauses — ist zweitrangig, und es nach vorne zu stellen kostet Gäste.
- Speisekarte mit Preisen, sichtbar ohne Download und lesbar auf dem Handy.
- Die Öffnungszeiten von heute, keine allgemeine Tabelle, die um 20:05 Uhr niemand entschlüsselt.
- Adresse mit direktem Link zu Maps, plus Hinweis zum Parken, falls relevant.
- Reservierungs- oder Bestellbutton, immer sichtbar und nicht in einem Klappmenü versteckt.
- Antippbare Telefonnummer oder WhatsApp: Eine Nummer, die man nicht antippen kann, wird nicht benutzt.
Die Speisekarte: der teuerste und häufigste Fehler
Die PDF-Karte ist die Erbsünde der Restaurant-Websites. Sie ist schwer, lädt langsam, zwingt zum Zoomen auf dem Handy, ist nicht durchsuchbar und — kein kleines Detail — Google liest sie nicht als Inhalt deiner Seite. Jedes Mal, wenn jemand in deiner Stadt nach "Ceviche" oder "neapolitanischer Pizza" sucht, ist deine unsichtbare Karte nicht im Rennen.
Die Karte muss außerdem von dir selbst bearbeitbar sein. Preise ändern sich, Gerichte wechseln mit der Saison, und du kannst nicht jedes Mal von einem Dritten abhängen, wenn der Garnelenpreis steigt. Genau dafür gibt es die Option, die Website selbst zu verwalten — und sei es nur für diesen einen Bereich.
Reservierung und Bestellung: entscheide vor dem Bau
Hier hört deine Website auf, eine Broschüre zu sein, und wird zum Werkzeug. Es gibt drei Wege, und keiner ist grundsätzlich besser: Es hängt von deinem Volumen ab und davon, wie abhängig du von fremden Plattformen sein willst.
| Kanal | Wann sinnvoll | Was es wirklich kostet |
|---|---|---|
| WhatsApp direkt | Unter ~20 Reservierungen am Tag; kleines Team | Keine Softwarekosten, frisst aber Personalzeit im Stoßbetrieb |
| Eigenes Reservierungssystem | Mittleres bis hohes Volumen, oder wenn du die Gästedaten willst | Einmalige Entwicklung; dafür gehört dir der Kundenstamm |
| Externe Lieferplattform | Schnelle Reichweite ohne eigene Infrastruktur | 20–30 % Provision, und der Gast gehört der Plattform, nicht dir |
Die ehrliche Empfehlung: Fang mit WhatsApp an, wenn du gerade startest, aber bau vom ersten Tag an deine eigene Kontaktliste auf. Sich vollständig auf eine Liefer-App zu verlassen ist bequem — bis sie die Provision erhöht oder dich im Ranking nach unten schiebt. Dann merkst du, dass du deine eigenen Gäste nicht erreichen kannst.
Ohne lokales SEO existiert deine Website kaum
Für ein Restaurant ist das wertvollste Google-Ergebnis nicht deine Website, sondern der Karteneintrag. Bevor du in irgendetwas anderes investierst: Fülle dein Google-Unternehmensprofil zu 100 % aus — Öffnungszeiten, echte Fotos, Speisekarte, richtige Kategorie — und arbeite systematisch an Bewertungen. Das ganze Thema behandeln wir in so wirst du auf Google Maps sichtbar.
Deine Website erledigt den Rest: Sie stützt den Eintrag mit konsistenten Daten, fängt Suchanfragen nach einzelnen Gerichten ab ("wo Krabben essen in Cuenca") und gibt Google Inhalte, die der Eintrag nicht fassen kann. Eintrag und Website stützen sich gegenseitig; einer allein bringt die halbe Wirkung.
Fotos sind 80 % der Entscheidung
Niemand wählt ein Restaurant wegen seiner Typografie. Man wählt es wegen des Fotos vom Teller. Und hier gibt es keine Abkürzung: Ein generischer Stockfoto-Burger wird sofort erkannt und zerstört Vertrauen. Ein ehrliches Shooting — echte Teller, Tageslicht, der Raum mit Menschen darin — bringt mehr als jedes Redesign.
Was ein Restaurant auf seiner Website nicht braucht
- Musik oder Video, das von selbst startet. Nervt, verbraucht Datenvolumen und lässt Leute den Tab schließen.
- Eine Startseite vor der Startseite: ein zusätzlicher Schritt zwischen Hunger und deiner Karte.
- Eine Galerie mit dreißig Fotos, die niemand durchscrollt und die die Seite langsam macht.
- Ein Rezeptblog, den du nicht pflegst: Ein verwaister Bereich altert schlechter als gar keiner.
- Reservierung per E-Mail. Niemand reserviert einen Tisch per E-Mail.
Was es kostet und was du bekommen solltest
Eine gut gelöste Restaurant-Website gehört zu den einfachsten Projekten überhaupt: fünf oder sechs Bereiche, eine bearbeitbare Karte und ein Reservierungsweg. Das ist kein teures Vorhaben — und sei misstrauisch, wenn es wie eines kalkuliert wird. Die realen Spannen samt Annahmen stehen in was eine professionelle Website kostet.
Worauf du bestehen solltest, egal was du zahlst: die Domain auf deinen Namen, Zugang zum Panel, um die Karte zu ändern, und die Originalfotos in voller Auflösung. Bleibt davon etwas beim Dienstleister, hast du keine Website gekauft, sondern gemietet.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Website, wenn ich schon Instagram und Google Maps habe?
Ja, aus einem konkreten Grund: Auf Instagram und auf Lieferplattformen gehört der Gast ihnen, nicht dir. Deine Website ist der einzige Kanal, auf dem du Karte, Preise, Gästedaten und Regeln kontrollierst. Instagram und Maps bringen Leute; die Website macht Gäste daraus und hält sie.
Sollte die Speisekarte Preise zeigen?
Ja. Preise zu verstecken ist der schnellste Weg, jemanden zu verlieren, der zwischen dir und einem anderen Lokal schwankt. Preise als echter Text helfen Google außerdem, dein Angebot zu verstehen. Wenn du Sorge hast, sie aktuell zu halten, ist die Lösung eine bearbeitbare Karte — nicht das Weglassen.
Eigenes Bestellsystem oder lieber eine Liefer-App?
Fang dort an, wo du stehst: Ohne Volumen ist eine Plattform vernünftig. Sie kostet aber 20–30 % Provision und lässt dir die Kundenbeziehung nicht. Sobald du Stammbestellungen hast, holt ein eigener Kanal — und sei es gut organisiertes WhatsApp — die Marge schnell zurück.
Wie oft muss eine Restaurant-Website aktualisiert werden?
Speisekarte und Öffnungszeiten immer dann, wenn sie sich ändern: Das ist nicht verhandelbar. Alles andere braucht ein- bis zweimal im Jahr eine Durchsicht von Fotos und Texten. Veraltete Öffnungszeiten in der Hochsaison kosten mehr Gäste als ein drei Jahre altes Design.